„Wir wollen eine l(i)ebenswertere und attraktivere Stadt“

Die Wilhelmshavener BürgerVereinigung WBV stellt sich vor

Damit die Kommunalwahl 2011 in Wilhelmshaven nicht nur zu einem „Vielversprechen“ der hiesigen Parteien wird, wovon hinterher nicht viel eingehalten wird, sondern Politik von Bürgern für Bürger praktiziert wird, hat sich in der Jadestadt ein neuer kommunalpolitischer Verein gegründet. Ziel soll es sein, die Bürger wieder für Wilhelmshaven zu begeistern.

Die Wilhelmshavener BürgerVereinigung (WBV) ist eine politische Vereinigung der politischen Mitte. Mit ihrer Politik zielen sie auf eine Gesellschaft in der Stadt, die ihre Zusammengehörigkeit mit der Stadt verbindet. Die WBV ist von allen anderen Parteien in der Kommune als auch im Land oder Bund völlig autark, sprich unabhängig. Sie versteht sich als politische Vereinigung die das Primärziel verfolgt, den Bürgern in Wilhelmshaven ein besseres Leben und schöneres Wohnen zu ermöglichen. Dafür will sie sich mit ihrer ganzen Kraft einsetzen.

„Wir leben in einer Zeit der ständigen Veränderung, die auch unsere Stadt herausfordert. Die Gefährdungen unserer Umwelt, die stetig wachsende Globalisierung, die Anforderungen an die Wirtschaft, die immer viel zu hohe Arbeitslosigkeit und natürlich der demografische Wandel sind die Herausforderungen unserer Zeit. Diesem gilt es sich zu stellen und die Chancen, die sich hieraus ergeben, zu nutzen“, so Jürgen Lietzmann, Fregattenkapitän a.D., der für den Rat kandidieren will, „Wilhelmshaven ist leider eine Stadt der vertanen Chancen, dieses wollen wir ändern.“

„Fast alle politischen Entscheidungen, die auf bundes-, landes- und kommunaler Ebene getroffen werden, sind für viele Menschen unüberschaubar. Dieses gilt es für die Bürger in Wilhelmshaven auf kommunaler Ebene zu verbessern. Politik sollte, bei aller Ernsthaftigkeit der Themen, den Bürger auch Spaß machen, sprich, sie sollten sich motiviert aktiv daran beteiligen. „Die Gemeindeordnungen in den deutschen Bundesländern geben die Möglichkeit der Bürgerbegehren und der Bürgerentscheide vor. In einigen Kommunen wird dies auch umfassend genutzt. So sollte es auch in Wilhelmshaven sein, gerade bei strittigen Entscheidungen oder bei Entscheidungen von weitreichender Tragweite, wie dem JadeWeserPort oder dem Kohlekraftwerk.“ Auch Bürgerforen sind für die WBV ein aktives integrieren der Bürger in die Politik.

Beim Bürgerentscheid gehe es der WBV nicht um eine Entmachtung der Politik oder Stadtverwaltung, sondern um den demokratischen Grundsatz, dass alle Macht vom Volke (vom Bürger der Stadt) ausgeht. Hierdurch soll erreicht werden, dass der Bürger aktiv in die Politik eingebunden wird. Die Bürgerinnen und Bürger sind es, die die Stadt bilden. Deshalb will man ein partnerschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Bürgern, Rat der Stadt und der Stadtverwaltung. „Das Engagement der Bürger ist durch nichts zu ersetzen, denn jeder hat Fähigkeiten das Gemeinwesen bereichern zu können. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz der Bürger würde dieses, und damit die Gesellschaft, verarmen. Daher ist es unser vorrangiges Ziel, sowohl den Sport als auch andere gemeinnützige Vereinigungen, Initiativen oder Institutionen nachhaltig zu stärken“, weiß hier Stefan Becker, selbstständiger Unternehmer, einzubringen.

Des Weiteren steht die WBV u.a. für eine Stärkung der Jugendclubs, eine Vermehrung von Streetworkern und Beratungsstellen für Hilfesuchende. Gelder für Schulsozialarbeit sowie Zuschüsse für Sport- und Jugendvereine dürfen nicht mehr gestrichen werden. Es darf auch keinen weiteren Abbau von Spiel- und Bolzplätzen geben. Bedarfsgerechte Konzepte für Kindertagesstätten und Kinderbetreuung sollen neu gestaltet werden. Dazu Friseurmeisterin Claudia Cornelius: „Dieses sieht der Verein nicht nur als Investition in unsere Zukunft sondern auch in die Lebensqualität unserer Stadt.“

„Hauptaugenmerke der WBV“, so Jürgen Lietzmann, „sind Veränderung im und am Banter See, Umbau der Schleuseninsel, die Schaffung einer Jugendherberge, Neuerschaffung eines Campingplatzes, eines Freizeitgebietes an der Banter Ruine, Rückkauf und Umbau der Südzentrale für die maritime Meile, weiterer Ausbau des JWP, Anbindung der Wirtschaftsförderung an den Rat, Umgestaltung des Bismarckplatzes, Marketingstrategie für die Gökerstraße, Ausbau der Wiesbadenbrücke für Wohnbebauung, ein neues Konzept für das Jadeeinkaufzentrum und der Stadthalle, Änderungen bei der Wilhelmshavener Touristik und Freizeit GmbH, Überarbeitung der städtischen Beteiligungsverwaltung. Mehr Integration der Bürgervereine in die Politik, Integration von neuen Bürgerforen (wie Immobilienmakler, Vermietungsmakler, Veranstaltungsagenturen, Sicherheitsfirmen, etc.), Präventivmaßnahmen in Sachen Jugendschutz und Kriminalität, Stärkung der Stadtteilfeste, Mietersuche für das Karstadtgebäude, Gespräche und Vorschläge für die Eigentümer der NordseePassage. Verbesserung und Ausbau der Radwege, Änderung der Ampelschaltungen, Erhalt von Bürgereigentum bzw. deren Interessen an Vermietungsobjekte wie z.B. die Gartenanlage am Banter See und Verbesserungen aller Spielplätze der Stadt.“

„Die Stadt Wilhelmshaven braucht ein verlässliches mittel- sowie langfristiges Leitbild für die Stadtentwicklung, das auch wirklich eingehalten wird. Nicht wie bisher, wenn irgendjemand eine neue Idee hat, wird gleich alles ändert. Es fehlt ein ,roter Faden’, auf die sich potenzielle Investoren mit langfristigen Planungen verlassen können.

Hierfür hat die WBV u.a. folgende Punkte im Visier:
-Einkaufsbereich Innenstadt westlich bis Metzerweg. Alte Marktstraße — neue Nutzung, durch eine komplette Wohnbebauung.
-Reaktivierung Jade-Einkaufzentrums als Marktplatz mit diversen kleineren Gastronomiebetrieben oder als „überdachter Fischmarkt Wilhelmshaven“ mit kleinen speziellen Geschäften. Hierfür hat man seitens der WBV schon positive Gespräche mit dem Eigentümer geführt.
– Keine Luxuswohnbebauung am Banter See, sondern Gewerbefläche für qualitativ hochwertige Firmen (Solarpark, Nanotechnologie, Smart-Grid-Firmen, etc.) mit hochwertigen Arbeitsplätzen.
– Konzept für den Bereich der ehemaligen Grundschule Neuende sowie der Albrechtschule.
– Ein Mehrgenerationen Dorf in der 2014 freiwerdenden Kaserne Ebkeriege.
Gerade zum angestrebten Atomausstieg ist Smart-Grid „die Zukunft“. Wilhelmshaven sollte den Trend nicht wieder verschlafen wie bei den Offshore-Windparks Emden und Bremerhaven. Hier besteht eine Riesenchance auch für eine entsprechende Speichertechnologie vor Ort“, ist sich Jürgen Lietzmann sicher, dass man neue Wege gehen kann.

„Wir, die WBV, wollen das Rad’ nicht neu erfinden, aber das Beste für Wilhelmshaven zu einem neuen Programm zusammenschnüren und eine ehrliche und bürgernahe Politik betreiben“, sagt Tobias Hoilten, Student an der Jade-Hochschule.